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Stand: 16.05.2018

Kirche sozial aktiv

Orte des Zuhörens

Wer auf der Suche nach einem solchen Angebot in seiner Kirchengemeinde und Umgebung ist, wird bei den Orten des Zuhörens fündig.

Logo Orte des Zuhörens

Die Idee zu den Orten des Zuhörens ist einfach: Sie laden zum Gespräch ein, schenken Zeit, bieten Orientierung und vermitteln auf Wunsch zu Kontakten in Hilfenetzwerken. Dabei sind alle Menschen willkommen - unabhängig von ihrer Herkunft oder Konfession. Personen, die im Alltag nicht die Möglichkeit haben, sich jemanden anzuvertrauen, finden hier ein offenes Ohr und Unterstützung.
Gleichzeitig bieten die Orte des Zuhörens die Möglichkeit, ein gewinnbringendes Ehrenamt auszuüben und sein Ohr für die Menschen in der Gemeinde anzubieten. Empathie und die Fähigkeit zum Hören bringen die engagierte Männer und Frauen bereits mit. Durch Schulungen werden diese Kompetenzen vertieft und bieten den engagierten Zuhörer/innen auch einen persönlichen Mehrwert.

Sie möchten sich engagieren oder einen Ort des Zuhörens initiieren? Die wichtigsten Informationen dazu finden Sie hier auf der Homepage. Bei weiteren Fragen kontaktieren Sie uns.

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Häufig gestellte Fragen zu den Orten des Zuhörens

Woher stammt die Idee zu den Orten des Zuhörens?

Die Idee der "Orte des Zuhörens" (OdZ) geht zurück auf den Mailänder Kardinal Carlo Maria Martini. Sie wurden 1970 initiiert. Heute gibt es über 300 Orte des Zuhörens in der Diözese Mailand. Ausgehend von einer intensiven Lernpartnerschaft beider Diözesen wurde 2005 der erste "Ort des Zuhörens" in Reutlingen eröffnet.

Welche Gründe gibt es für die Initiierung der Orte des Zuhörens?

Folgende Gründe sprechen für die Initiierung eines "Ort des Zuhörens":

Gesellschaftlich: Es gibt in unserer Gesellschaft immer mehr Menschen die sich ausgegrenzt und abgehängt fühlen. Der Bedarf an Unterstützungsleistungen wächst, die Zugänge zu öffentlichen Hilfeleistungen werden immer komplexer. Die Orte des Zuhörens wollen sensibel für diese Entwicklungen machen und aufzeigen, wie Jede/r zur Verbesserung dieser Situationen beitragen kann.

Kirchlich: Das Zweite Vatikanische Konzil betrachtet diakonisches Handeln, besonders für die Armen, Schwachen und Bedrückten, als Aufgabe für die ganze Kirche. Bischof Dr. Gebhard Fürst betont, dass überall dort, wo die diakonisch-karitative Dimension des christlichen Glaubens ernstgenommen und gelebt wird, "Kirche als Raum" für Heilung und Heil erfahrbar werden kann und erfahren wird..." und eine missionarische Kirche nur eine diakonische Kirche sein kann. Die "Orte des Zuhörens" sind ein Modell der diözesanen Leitidee einer missionarisch-diakonischen Kirche.

Theologisch: Das Herzstück eines jedes "Ortes" ist das Zuhören - als aktive Tat, wie sie in Formulierungen wie "Jemandem ein offenes Ohr leihen" oder "einem anderen Gehör schenken" deutlich wird. Diese Erfahrungen liegen der Idee der "Orte des Zuhörens" zugrunde und sensibilisieren für die unterschiedlichen Dimensionen des Zu-Hörens, nämlich:

  • Zuhören - als spirituelle Grundhaltung
  • Zuhören - und das Geschenk Gottes weitergeben
  • Zuhören - sich der Not zuwenden
  • Zuhören - und Halt geben in allem, was ist
  • Zuhören - als bedingungsloses Da-Sein

Was möchten die Orte des Zuhörens erreichen?

Die Orte des Zuhörens möchten die Solidarität und Nächstenliebe stärken und die Verantwortung für das Zusammenleben wieder als eine Aufgabe Aller begreifen. Ebenso soll die Gemeinde Anteil am Leben der Menschen vor Ort nehmen, indem sie sich für deren Notlagen, Probleme und Bedürfnisse öffnet.

Wer hört bei den Orten des Zuhörens zu?

Die Zuhörer bei den Orten des Zuhörens sind ehrenamtlich Engagierte, die ihre Zeit, Zuwendung, Aufmerksamkeit und Kompetenz in den Dienst hilfesuchender Menschen stellen. Weil vier Ohren besser hören als zwei, arbeiten die Ehrenamtlichen meistens im Tandem. Vor ihrem Einsatz werden sie umfassend geschult und begleitet.

Wer schult und begleitet die Ehrenamtlichen bei den Orten des Zuhörens?

Die ehrenamtlich Engagierten werden in der Regel durch die Caritas qualifiziert und begleitet. Zu Beginn des Angebots wird eine umfassende Grundlagenschulung durchgeführt und währenddessen findet eine kontinuierliche fachliche Begleitung statt.

Wen braucht es zur Umsetzung der Orte des Zuhörens?

Die Orte des Zuhörens werden durch das pastorale Personal in der Diözese sowie die Mitarbeitenden der Caritas getragen. Die Einrichtung und Trägerschaft liegt in der Regel bei Kirchengemeinden, Seelsorgeeinheiten und kirchlichen Einrichtungen, die Schulung und fachliche Begleitung bei der Durchführung wird in der Regel von der Caritas verantwortet.

Was sind geeignete Orte des Zuhörens Standorte?

Ein Standort für einen Ort des Zuhörens sollte öffentlich zugänglich und leicht zu erreichen sein. Er sollte die Möglichkeit bieten, Gespräche in einem vertraulichen Rahmen durchzuführen. Geeignet sind Kirchen, Gemeindezentren, Bürgerhäuser, Caritaszentren, Begegnungsstätten. Alle Räume, zu welchen die Menschen unkompliziert kommen können und sich gerne aufhalten.

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